Haus und Wohnung richtig versichern: Hausrat, Wohngebäude und Haftpflicht 2026

Dr. Martin Richter
Dr. Martin Richter

Versicherungsexperte

25. Februar 2026 Min. Lesezeit
Geprüft von Dr. Martin Richter Zuletzt aktualisiert 25. Februar 2026

Kurze Antwort

Mieter benötigen eine Hausratversicherung (ab 60 €/Jahr) und eine Privathaftpflicht. Eigentümer brauchen zusätzlich eine Wohngebäudeversicherung (ab 200 €/Jahr) und sollten Elementarschäden einschließen. Seit den Hochwasserkatastrophen in Deutschland wird der Elementarschutz immer wichtiger.

Ob Mieter oder Eigentümer – die richtige Absicherung von Haus und Wohnung schützt vor finanziellen Katastrophen. Unser Ratgeber zeigt, welche Policen Sie brauchen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Hausratversicherung schützt das Inventar (Möbel, Elektronik, Kleidung) gegen Feuer, Einbruch und Wasserschäden
  • Wohngebäudeversicherung ist für Eigentümer Pflicht bei Bankfinanzierung und deckt die Bausubstanz ab
  • Elementarschadenversicherung gegen Überschwemmung und Starkregen wird in Deutschland immer wichtiger
  • Die Versicherungssumme sollte dem Neuwert des gesamten Hausrats entsprechen – im Schnitt 650 €/m²

Was deckt die Hausratversicherung ab und wer braucht sie?

Die Hausratversicherung schützt Ihr gesamtes bewegliches Eigentum in der Wohnung: Möbel, Elektronik, Kleidung, Schmuck und Küchengeräte. Sie greift bei Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasserschäden und Sturm ab Windstärke 8.

Laut CalcAssur Daten unterschätzen 60 % der Deutschen den Wert ihres Hausrats. Der durchschnittliche Haushalt besitzt Gegenstände im Wert von 30.000-70.000 €. Eine Unterversicherung kann im Schadensfall dazu führen, dass die Versicherung nur anteilig zahlt.

  • Faustregel Versicherungssumme: 650 € pro Quadratmeter Wohnfläche
  • Wertsachen-Grenze: Schmuck und Bargeld sind oft nur bis 20 % der Versicherungssumme gedeckt
  • Fahrräder: Diebstahl außerhalb der Wohnung muss separat eingeschlossen werden

Wohngebäudeversicherung – was müssen Eigentümer wissen?

Die Wohngebäudeversicherung ist die wichtigste Versicherung für Immobilieneigentümer. Sie deckt Schäden an der Bausubstanz durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Bei einer Bankfinanzierung ist sie meist Pflicht.

Laut CalcAssur Daten sind die Beiträge für Wohngebäudeversicherungen in den letzten 5 Jahren um durchschnittlich 25 % gestiegen – bedingt durch zunehmende Extremwetterereignisse und steigende Baukosten.

Achten Sie auf den gleitenden Neuwert: Diese Klausel stellt sicher, dass die Versicherungssumme automatisch an steigende Baukosten angepasst wird, sodass Ihr Haus im Schadensfall vollständig wiederaufgebaut werden kann.

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Hausratversicherungsrechner

Brauche ich eine Elementarschadenversicherung gegen Hochwasser?

Nach den verheerenden Hochwassern an der Ahr (2021) und in Süddeutschland (2024) ist die Elementarschadenversicherung in den Fokus gerückt. Sie schützt vor Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdrutsch, Schneedruck und Lawinen – Risiken, die in der normalen Wohngebäude- und Hausratversicherung nicht enthalten sind.

Laut CalcAssur Daten haben nur 54 % der deutschen Wohngebäude einen Elementarschutz. In manchen Bundesländern liegt die Quote sogar unter 30 %. Dabei steigt das Risiko für Starkregenereignisse deutschlandweit.

Schadensart Hausrat Wohngebäude Elementar
Feuer/Brand Ja Ja
Einbruchdiebstahl Ja
Leitungswasser Ja Ja
Sturm/Hagel Ja Ja
Überschwemmung Nein Nein Ja
Starkregen/Rückstau Nein Nein Ja
Erdbeben Nein Nein Ja
Erdrutsch/Erdfall Nein Nein Ja

Wie berechne ich die richtige Versicherungssumme?

Die korrekte Versicherungssumme ist entscheidend, um im Schadensfall nicht auf Kosten sitzen zu bleiben. Bei der Hausratversicherung empfiehlt sich die Pauschalberechnung: 650 € pro Quadratmeter Wohnfläche. Bei einer 80-m²-Wohnung wären das 52.000 €.

Für die Wohngebäudeversicherung wird der Wert nach dem Wert-1914-Verfahren oder nach Wohnfläche berechnet. Laut CalcAssur Daten sind 23 % der Eigenheime in Deutschland unterversichert – was im Schadensfall zu erheblichen finanziellen Einbußen führen kann.

  • Tipp: Erstellen Sie eine Inventarliste mit Fotos Ihrer wertvollsten Gegenstände
  • Tipp: Aktualisieren Sie die Versicherungssumme nach Renovierungen oder größeren Anschaffungen
  • Tipp: Prüfen Sie jährlich, ob die Versicherungssumme noch dem tatsächlichen Wert entspricht

Welche Rolle spielt die Privathaftpflicht beim Wohnungsschutz?

Die Privathaftpflichtversicherung ergänzt Hausrat und Wohngebäude optimal: Sie schützt Sie, wenn Sie als Mieter Schäden an der gemieteten Wohnung verursachen (z. B. Wasserflecken auf dem Parkett, zerbrochenes Waschbecken). Diese sogenannten Mietsachschäden sollten unbedingt in Ihrer Haftpflicht eingeschlossen sein.

Für Eigentümer, die ihre Immobilie vermieten, ist eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht wichtig. Sie haftet, wenn beispielsweise ein Passant auf Ihrem vereisten Gehweg stürzt. Laut CalcAssur Daten haben nur 35 % der Vermieter eine separate Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Hausratversicherung Pflicht in Deutschland?
Nein, die Hausratversicherung ist freiwillig. Sie wird jedoch dringend empfohlen, da der durchschnittliche Haushalt Gegenstände im Wert von 30.000-70.000 € besitzt, die im Schadensfall vollständig verloren gehen können.
Was kostet eine Elementarschadenversicherung?
Der Aufpreis für Elementarschäden beträgt typischerweise 50-150 € pro Jahr als Zusatzbaustein zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung. In Hochrisikogebieten (ZÜRS-Zone 3-4) kann der Aufpreis deutlich höher sein.
Sind Schäden durch Starkregen in der normalen Wohngebäudeversicherung enthalten?
Nein, Schäden durch Starkregen, Überschwemmung und Rückstau sind nur über die separate Elementarschadenversicherung abgedeckt. Die normale Wohngebäudeversicherung deckt nur Sturm, Hagel, Feuer und Leitungswasser.

Verwandte Rechner

Quellen

  1. Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) – Naturgefahrenreport 2025
  2. Stiftung Warentest / Finanztest – Hausrat- und Wohngebäudeversicherung im Test
  3. Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – Hochwasserrisiko Deutschland 2025
Dr. Martin Richter

Geschrieben von

Dr. Martin Richter

Dr. Martin Richter ist promovierter Wirtschaftswissenschaftler mit über 15 Jahren Erfahrung in der deutschen Versicherungsbranche. Er berät zu Privat- und Sachversicherungen und schreibt regelmäßig über aktuelle Versicherungsthemen für CalcAssur.

Dr. rer. pol., Versicherungswissenschaften 15+ Jahre Erfahrung in der Versicherungsbranche Zertifizierter Versicherungsfachwirt (IHK) Mitglied des Deutschen Vereins für Versicherungswissenschaft