Altersvorsorge in Deutschland: So planen Sie Ihre Rente richtig
Kurze Antwort
Die gesetzliche Rente deckt im Durchschnitt nur 48 % des letzten Nettoeinkommens. Um die Rentenlücke zu schließen, sollten Sie frühzeitig mit privater und betrieblicher Altersvorsorge beginnen. Die drei Säulen sind: gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge (bAV) und private Vorsorge (Riester, Rürup, ETF-Sparpläne).
Die gesetzliche Rente allein reicht nicht. Erfahren Sie, welche Vorsorge-Optionen Sie haben und wie Sie die Rentenlücke schließen können.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die gesetzliche Rente deckt nur ca. 48 % des letzten Nettoeinkommens – die Rentenlücke beträgt im Schnitt 700-1.200 € monatlich
- Betriebliche Altersvorsorge (bAV) nutzen: Arbeitgeber muss seit 2019 mindestens 15 % Zuschuss zahlen
- Riester-Rente lohnt sich besonders für Familien mit Kindern (bis zu 300 € Zulage pro Kind)
- Je früher Sie anfangen, desto besser: Mit 25 reichen 200 €/Monat, mit 45 brauchen Sie 600 €/Monat für das gleiche Ergebnis
Inhaltsverzeichnis
Wie groß ist meine Rentenlücke wirklich?
Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen Ihrem letzten Nettoeinkommen und Ihrer zu erwartenden gesetzlichen Rente. Das gesetzliche Rentenniveau liegt aktuell bei etwa 48 % des Durchschnittseinkommens – Tendenz sinkend.
Laut CalcAssur Daten kennen nur 28 % der Deutschen ihre voraussichtliche Rentenhöhe. Dabei ist die jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung ein wichtiger Ausgangspunkt für die Planung.
Ein Beispiel: Bei einem Nettoeinkommen von 2.500 € und einer erwarteten Rente von 1.400 € netto beträgt die Rentenlücke 1.100 € monatlich. Um diese zu schließen, benötigen Sie bei 20 Jahren Ruhestand mindestens 264.000 € zusätzliches Kapital.
Welche Formen der betrieblichen Altersvorsorge gibt es?
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist die zweite Säule der Altersvorsorge. Seit 2019 müssen Arbeitgeber bei Entgeltumwandlung mindestens 15 % Zuschuss auf den umgewandelten Betrag zahlen. Es gibt fünf Durchführungswege:
- Direktversicherung: Der häufigste Weg – einfach und unkompliziert
- Pensionskasse: Ähnlich der Direktversicherung, oft bei größeren Unternehmen
- Pensionsfonds: Mehr Freiheit bei der Kapitalanlage
- Unterstützungskasse: Keine Begrenzung der Beiträge
- Direktzusage: Der Arbeitgeber zahlt die Rente direkt – meist bei Führungskräften
Laut CalcAssur Daten nutzen nur 55 % der Anspruchsberechtigten ihre bAV. Das bedeutet, dass Millionen Arbeitnehmer auf den Arbeitgeberzuschuss und die Steuervorteile verzichten.
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RentenrechnerRiester oder Rürup – welche staatliche Förderung lohnt sich?
Beide Produkte bieten staatliche Förderung, richten sich aber an unterschiedliche Zielgruppen:
| Kriterium | Riester-Rente | Rürup-Rente (Basisrente) |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Angestellte, Beamte | Selbstständige, Gutverdiener |
| Staatliche Zulagen | 175 € Grundzulage + 300 €/Kind | Keine Zulagen, aber hoher Steuerabzug |
| Steuerabzug | Bis 2.100 € als Sonderausgabe | Bis 27.566 € (2026) als Sonderausgabe |
| Auszahlung | 30 % als Einmalzahlung möglich | Nur als lebenslange Rente |
| Vererbbarkeit | Eingeschränkt (Ehepartner) | Nicht vererbbar |
| Pfändungsschutz | Ja | Ja |
Sind ETF-Sparpläne die bessere Altersvorsorge?
Immer mehr Deutsche setzen auf ETF-Sparpläne als flexible Alternative zu klassischen Rentenversicherungen. Der Vorteil: geringere Kosten, höhere Renditechancen und volle Flexibilität bei Ein- und Auszahlungen.
Laut CalcAssur Daten erzielen breit gestreute Aktien-ETFs (z. B. MSCI World) über einen Zeitraum von 20 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 7-8 % p. a. – deutlich mehr als die 1-3 % einer klassischen Rentenversicherung.
- Vorteil: Niedrige Kosten (TER 0,1-0,5 % p. a.), hohe Flexibilität, gute Rendite
- Nachteil: Keine staatliche Förderung, keine Garantie, Disziplin erforderlich
- Tipp: Kombinieren Sie ETF-Sparplan mit Riester/bAV für die optimale Mischung
Wie viel muss ich monatlich für die Rente sparen?
Die benötigte Sparrate hängt stark vom Alter ab, in dem Sie beginnen. Der Zinseszinseffekt macht den entscheidenden Unterschied:
Laut CalcAssur Daten beginnen Deutsche im Durchschnitt erst mit 35 Jahren mit der privaten Altersvorsorge – 10 Jahre später als empfohlen. Diese Verzögerung kostet bei einer Rentenlücke von 1.000 € monatlich mehr als 100.000 € zusätzliches Kapital.
| Startlalter | Sparrate/Monat | Gesamteinzahlung | Kapital mit 67 (6 % Rendite) |
|---|---|---|---|
| 25 Jahre | 200 € | 100.800 € | ca. 428.000 € |
| 30 Jahre | 270 € | 119.880 € | ca. 398.000 € |
| 35 Jahre | 370 € | 142.080 € | ca. 374.000 € |
| 40 Jahre | 530 € | 171.720 € | ca. 358.000 € |
| 45 Jahre | 800 € | 211.200 € | ca. 354.000 € |
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist die durchschnittliche Rente in Deutschland?
Lohnt sich die Riester-Rente noch?
Ab wann sollte ich mit der Altersvorsorge beginnen?
Verwandte Rechner
Quellen
- Deutsche Rentenversicherung Bund – Rentenversicherung in Zahlen 2025
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales – Alterssicherungsbericht 2025
- Deutsches Institut für Altersvorsorge (DIA) – Vorsorge-Studie 2025/2026
Geschrieben von
Sofia NielsenSofia Nielsen ist Finanzanalystin mit Schwerpunkt Versicherungsvergleich und Altersvorsorge. Sie hilft Verbrauchern, die besten Versicherungsangebote zu finden und ihr Budget optimal zu planen.